Bei der Auswahl einer Druckerei sind die relevantesten Umweltzertifizierungen FSC, PEFC und ISO 14001. FSC und PEFC garantieren, dass Papier aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern stammt, während ISO 14001 belegt, dass eine Druckerei ihre gesamten Umweltauswirkungen aktiv steuert. Welche Zertifizierung am schwersten wiegt, hängt von der Art des Druckerzeugnisses und den Nachhaltigkeitsanforderungen Ihrer Organisation ab. In diesem Artikel beantworten wir die häufigsten Fragen zu Umweltzertifizierungen in der Druckindustrie, damit Sie eine fundierte Entscheidung treffen können. Haben Sie Fragen zu unseren Drucklösungen oder wünschen Sie eine individuelle Beratung? Kontaktieren Sie uns gerne – wir helfen Ihnen gerne weiter.

Welche Umweltzertifizierungen sind in der Druckindustrie am weitesten verbreitet?

Die am weitesten verbreiteten Umweltzertifizierungen in der Druckindustrie sind FSC (Forest Stewardship Council), PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification) und ISO 14001. Darüber hinaus begegnen Ihnen im deutschsprachigen Raum und in Europa häufig auch das Nordic Swan Ecolabel und das EU Ecolabel, die umfassendere Umweltleistungen einer Druckerei bewerten.

FSC ist weltweit die bekannteste Zertifizierung für verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung und wird von den meisten großen Druckereien geführt. PEFC ist ein vergleichbares System, das insbesondere in Europa stark verankert ist. ISO 14001 ist eine Managementnorm, die sich nicht spezifisch auf Papier bezieht, sondern auf das gesamte Umweltmanagementsystem eines Unternehmens.

Das EU Ecolabel und das Nordic Swan Ecolabel gehen noch einen Schritt weiter: Sie stellen Anforderungen an die gesamte Produktionskette, einschließlich Tintenverbrauch, Energieverbrauch und Abfallentsorgung. Diese Gütezeichen sind weniger weit verbreitet, senden jedoch ein starkes Signal, dass eine Druckerei Nachhaltigkeit ernst nimmt.

  • FSC: verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung, weltweit anerkannt
  • PEFC: vergleichbar mit FSC, stark in Europa vertreten
  • ISO 14001: Umweltmanagementsystem für den gesamten Geschäftsbetrieb
  • EU Ecolabel: umfassende Umweltkriterien für die gesamte Produktionskette
  • Nordic Swan Ecolabel: verbreitet in Skandinavien und Nordeuropa

Was sagt eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung über eine Druckerei aus?

Eine FSC- oder PEFC-Zertifizierung bedeutet, dass eine Druckerei nachweislich Papier und Karton aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern einsetzen kann. Beide Systeme überwachen die Herkunft des Holzes über eine sogenannte Lieferkette – auch als Chain of Custody bezeichnet – von der Waldbewirtschaftung bis zum Endprodukt.

Konkret bedeutet dies, dass die Druckerei zertifiziertes Papier einkauft, es von nicht zertifiziertem Material getrennt hält und das Endprodukt entsprechend kennzeichnet. Eine Druckerei mit FSC-Zertifizierung kann Ihre Druckerzeugnisse mit dem offiziellen FSC-Logo versehen, das für Ihre Kunden ein wiedererkennbares und vertrauenswürdiges Nachhaltigkeitssignal darstellt.

Der Unterschied zwischen FSC und PEFC ist vor allem organisatorischer Natur. FSC arbeitet mit eigenen Waldkriterien und verfügt über eine starke internationale Bekanntheit. PEFC erkennt nationale Zertifizierungsstandards an und ist dadurch für europäische Waldbewirtschafter flexibler. In der Praxis sind beide Systeme gleichermaßen zuverlässig. Wenn Ihre Organisation eine Präferenz für ein bestimmtes Logo auf dem Endprodukt hat, empfiehlt es sich, dies im Voraus mit Ihrer Druckerei zu besprechen.

Wie unterscheidet sich ISO 14001 von anderen Umweltzertifizierungen?

ISO 14001 unterscheidet sich von FSC, PEFC und Umweltkennzeichen dadurch, dass es sich nicht um eine Produktzertifizierung handelt, sondern um eine Managementnorm. Das Zertifikat belegt nicht, dass ein bestimmtes Produkt nachhaltig hergestellt wurde, sondern dass die Druckerei über ein dokumentiertes System verfügt, um ihre Umweltauswirkungen strukturell zu messen, zu steuern und zu verbessern.

Während sich FSC und PEFC auf die Herkunft der Rohstoffe konzentrieren, betrachtet ISO 14001 den gesamten Geschäftsbetrieb: Energieverbrauch, Abfallströme, Wasserverbrauch, Emissionen und den Umgang der Organisation mit Umweltrisiken. Eine Druckerei mit ISO 14001 hat nachweislich Ziele zur Umweltverbesserung festgelegt und wird dazu regelmäßig von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle auditiert.

Für Auftraggeber, die mit einem Lieferanten zusammenarbeiten möchten, der Nachhaltigkeit strukturell in den Geschäftsbetrieb integriert hat, ist ISO 14001 ein starkes Signal. Es ist vergleichbar damit, wie ISO 9001 das Qualitätsmanagement absichert: Nicht das Produkt selbst wird zertifiziert, sondern das dahinterstehende System. Wir arbeiten selbst mit ISO 9001 und ISO 27001 als Grundlage für Qualitäts- und Informationsmanagement und verstehen daher genau, was es bedeutet, Prozesse strukturell abzusichern.

Welche Zertifizierung ist für Ihre Art von Druckerzeugnis am relevantesten?

Die relevanteste Umweltzertifizierung hängt von der Art des Druckerzeugnisses, seinem Verwendungszweck und den Nachhaltigkeitsanforderungen Ihrer Organisation oder Branche ab. Es gibt keine universelle Antwort, aber für die jeweiligen Anwendungssituationen gibt es klare Orientierungspunkte.

Für gedruckte Marketingmaterialien, Verpackungen und Produktdokumentation, bei denen Sie den nachhaltigen Papiereinsatz gegenüber Endkunden sichtbar machen möchten, ist FSC oder PEFC die praktischste Wahl. Das Logo auf dem Endprodukt kommuniziert direkt mit dem Verbraucher.

Für gewerbliche Auftraggeber mit internen Nachhaltigkeitsrichtlinien oder CSR-Berichten ist ISO 14001 bei einer Druckerei häufig eine Voraussetzung. Viele Einkaufsabteilungen und Ausschreibungsverfahren verlangen dieses Zertifikat ausdrücklich als Nachweis, dass der Lieferant Umweltmanagement ernst nimmt.

Für Druckerzeugnisse im Einzelhandelsbereich, wie Point-of-Sale-Materialien, können das EU Ecolabel oder das Nordic Swan Ecolabel relevant sein – insbesondere wenn Sie in Branchen mit strengen Nachhaltigkeitskommunikationsanforderungen wie Lebensmittel, Kosmetik oder Textil tätig sind.

In der Praxis bildet eine Kombination aus FSC oder PEFC und ISO 14001 bei einer Druckerei eine solide Grundlage. Damit decken Sie sowohl die Herkunft der Materialien als auch die umfassenderen Umweltleistungen des Lieferanten ab.

Wie überprüfen Sie, ob eine Zertifizierung einer Druckerei tatsächlich gültig ist?

Sie können die Gültigkeit einer Umweltzertifizierung jederzeit unabhängig über die öffentlichen Datenbanken der Zertifizierungsorganisationen überprüfen. Fordern Sie niemals nur eine Kopie des Zertifikats an, sondern prüfen Sie auch, ob das Zertifikat aktuell ist und die richtigen Tätigkeiten abdeckt.

Für FSC-Zertifizierungen nutzen Sie die FSC Certificate Database unter info.fsc.org. Dort suchen Sie nach Firmenname oder Zertifikatsnummer und sehen sofort, ob das Zertifikat gültig ist, welche Produkte es abdeckt und bis wann es läuft. PEFC verfügt über eine vergleichbare Suchfunktion auf pefc.org.

Für ISO 14001 können Sie die Zertifizierungsstelle direkt kontaktieren oder die Datenbank der Deutschen Akkreditierungsstelle (DAkkS) nutzen. Die DAkkS akkreditiert die Zertifizierungsstellen, die ISO-Normen ausstellen dürfen, und über ihre Website können Sie prüfen, ob eine Stelle anerkannt ist.

Achten Sie bei der Überprüfung auf folgende Punkte:

  1. Ist das Zertifikat noch gültig und nicht abgelaufen?
  2. Ist die Druckerei namentlich aufgeführt, nicht nur ein Mutterunternehmen?
  3. Deckt das Zertifikat die Tätigkeiten ab, die Sie auslagern, wie Offsetdruck oder Digitaldruck?
  4. Ist die Zertifizierungsstelle selbst akkreditiert?

Eine zuverlässige Druckerei wird transparent über ihre Zertifizierungen sein und Ihnen die erforderlichen Unterlagen proaktiv bereitstellen. Wenn ein Lieferant Schwierigkeiten hat, Zertifikate vorzulegen, oder eine Überprüfung umgeht, ist das ein Grund zur erhöhten Wachsamkeit. Möchten Sie erfahren, wie wir bei Crestec Europe mit Qualitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen in unseren Druckdienstleistungen umgehen? Kontaktieren Sie uns für ein unverbindliches Gespräch.

Häufig gestellte Fragen

Kann eine Druckerei mehrere Umweltzertifizierungen gleichzeitig besitzen?

Ja, und das ist bei professionellen Druckereien sogar üblich. Es ist durchaus möglich, dass eine Druckerei sowohl FSC- als auch PEFC-zertifiziert ist und zusätzlich über ISO 14001 verfügt. Diese Zertifizierungen ergänzen sich gegenseitig: FSC und PEFC decken die Herkunft von Papier und Rohstoffen ab, während ISO 14001 die umfassenderen Umweltleistungen des Geschäftsbetriebs absichert. Als Auftraggeber können Sie bei einer Druckerei mit mehreren Zertifizierungen auf einen umfassenderen Nachhaltigkeitsansatz vertrauen.

Was kostet nachhaltig zertifizierter Druck im Vergleich zu herkömmlichem Druck?

Die Mehrkosten für FSC- oder PEFC-zertifizierten Druck sind in der Regel gering und variieren von einigen Prozent bis maximal 10–15 %, abhängig von Papiersorte und Auflage. ISO 14001 hat keinen direkten Einfluss auf die Materialkosten, kann aber indirekt zu effizienteren Prozessen bei der Druckerei beitragen. Für viele Organisationen überwiegt die Investition bei weitem den Kommunikationswert gegenüber Kunden sowie die Vorteile bei Ausschreibungen oder CSR-Berichten.

Wie oft werden Umweltzertifizierungen von Druckereien erneuert oder neu bewertet?

ISO 14001-Zertifikate werden in der Regel jährlich zwischengeprüft und alle drei Jahre vollständig von einer unabhängigen Zertifizierungsstelle neu bewertet. FSC- und PEFC-Zertifikate haben eine Gültigkeitsdauer von fünf Jahren, werden jedoch ebenfalls jährlich durch Überwachungsaudits kontrolliert. Das bedeutet, dass ein gültiges Zertifikat stets eine aktuelle Leistung widerspiegelt und keine einmalige Prüfung aus der Vergangenheit.

Darf ich als Auftraggeber das FSC- oder PEFC-Logo einfach auf meinen Druckerzeugnissen verwenden?

Nein, die Verwendung des FSC- oder PEFC-Logos unterliegt strengen Lizenzregeln. Als Auftraggeber dürfen Sie das Logo nur dann auf Ihren Druckerzeugnissen verwenden, wenn Ihre Druckerei zertifiziert ist und Sie selbst oder Ihre Organisation ebenfalls über eine gültige Lizenzvereinbarung mit FSC oder PEFC verfügen. In der Praxis regelt eine zertifizierte Druckerei diesen Prozess häufig für Sie, aber es empfiehlt sich, dies im Voraus zu bestätigen, damit Sie nicht nachträglich von unerwarteten Problemen überrascht werden.

Was soll ich tun, wenn eine Druckerei behauptet, zertifiziert zu sein, ich das Zertifikat aber nicht in der Datenbank finden kann?

Fragen Sie die Druckerei direkt nach der Zertifikatsnummer und dem Namen der Zertifizierungsstelle, und überprüfen Sie diese selbst über die offiziellen Datenbanken wie info.fsc.org, pefc.org oder die Website der Deutschen Akkreditierungsstelle. Stimmt das Zertifikat nicht überein oder ist es abgelaufen, suchen Sie das Gespräch und fordern Sie ein aktuelles Zertifikat an. Ein zuverlässiger Lieferant löst dies schnell; wenn eine Druckerei unklar bleibt oder die Überprüfung behindert, ist es ratsam, einen alternativen Lieferanten in Betracht zu ziehen.

Gibt es auch Umweltzertifizierungen speziell für Digitaldruck oder Großauflagendrucke?

Die gängigen Zertifizierungen wie FSC, PEFC und ISO 14001 gelten sowohl für Digital- als auch für Offsetdruck und sind unabhängig von der Auflage anwendbar. Innerhalb von ISO 14001 gibt es jedoch ergänzende branchenspezifische Leitlinien, wie die Norm ISO 14064 zur CO₂-Berichterstattung, die bei großvolumiger Produktion relevanter sein können. Beim Digitaldruck mit kleiner Auflage lohnt es sich außerdem, nach dem Einsatz zertifizierter wasserbasierter Tinten oder Toner ohne Gefahrstoffe zu fragen, da dies einen zusätzlichen Umweltvorteil bieten kann.

Wie nehme ich Umweltzertifizierungen in ein Ausschreibungsverfahren oder eine Einkaufsrichtlinie auf?

Formulieren Sie in Ihrer Ausschreibung oder Einkaufsrichtlinie konkret, welche Zertifizierungen verpflichtend sind und welche als Zuschlagskriterien gelten, zum Beispiel: ‚Der Lieferant muss nachweislich FSC- oder PEFC-zertifiziert sein und über ein gültiges ISO 14001-Zertifikat verfügen.‘ Fordern Sie Lieferanten auf, Zertifikatsnummern und Verifizierungsdaten als Teil ihres Angebots einzureichen, damit Sie diese direkt überprüfen können. Indem Sie Zertifizierungen als verbindliche Anforderung aufnehmen, verhindern Sie, dass Lieferanten sich mit vagen Nachhaltigkeitsbehauptungen ohne nachweisliche Grundlage begnügen.

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